Sonntag, 05.02.2012

Der historische Hintergrund

der Freunde des Schienenverkehrs Flensburg e.V.

Die Angelner Dampfeisenbahn ist eine seit 1980 regelmäßig zwischen Kappeln und Süderbrarup verkehrende Museumseisenbahn und betreibt fast ausschließlich Fahrzeuge aus Skandinavien. Betrieben wird die Museumsbahn von den Freunden des Schienenverkehrs Flensburg e.V. (FSF), einem in Flensburg ansässigen Verein, dem rund 40 Mitglieder angehören. Der Verein wurde 1973 gegründet und verfolgt den Zweck, das Interesse und Verständnis für die Gegenwart und die Geschichte des Schienenverkehrs als einen wichtigen Teil der Industriekultur zu wecken und zu pflegen, Studien über die Geschichte des Schienenverkehrs und wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiet zu fördern und die wertvollen Zeugnisse des Schienenverkehrs als Denkmäler der unsere Zeit mitformenden Technik zu erhalten.

Die Geschichte der AD begann 1977 mit dem Erwerb der Dampflok F 654 von den Dänischen Staatsbahnen (DSB). Diese Maschine war bei den DSB im Rangierdienst eingesetzt. Bei der AD war sie bis 1981 Zuglok sämtlicher Museumsbahnzüge und hat sich gut bewährt. Ebenfalls 1977 gelangten 2 Reisezugwagen von den DSB zur AD. Hierbei handelte es sich um einen Sitzwagen und um einen kombinierten Sitzwagen mit Packabteil. Die Fahrzeuge wurden in Jütland und auf Fünen eingesetzt. Nachdem die Dampflok F 654 und die beiden Reisezugwagen in betriebsfähigem Zustand waren, konnte Ende 1978 die erste Sonderfahrt der Museumseisenbahn zwischen Niebüll und Dagebüll durchgeführt werden.

Ein richtiges Zuhause fand die Angelner Dampfeisenbahn im Jahr 1979 in Kappeln, wo ein Lokschuppen angemietet werden konnte und auch für das Wagenmaterial eine Abstellmöglichkeit bestand. Die von Kappeln nach Süderbrarup führende 15 km lange Strecke, die sich damals noch im Besitz der Verkehrsbetriebe des Kreises Schleswig-Flensburg (VKSF) befand, konnte ab 1980 für regelmäßige Fahrten der Museumseisenbahn genutzt werden.

Der Verein wächst

und es kommen und gehen Fahrzeuge.

Im Jahr 1981 wurden 2 weitere Fahrzeuge in Betrieb genommen. Die beiden Personenwagen stammen von den Norwegischen Staatsbahnen (NSB), besitzen Holzaufbauten und offene Endbühnen. Einer der Wagen besitzt ein Packabteil und eine Steuereinrichtung für den Wendezugbetrieb. Beide waren im Vorortverkehr von Oslo im Einsatz. Die dann 1982 von den Sschwedischen Staatsbahnen (SJ) beschaffte Schlepptenderlokomotive B 1266, die "schöne Schwedin", war der Star der AD, musste aber am 15.07.1990 wegen eines Kesselschadens abgestellt werden. Diese Dampflok wurde nach jahrelanger Standszeit im ehemaligen Betriebswerk Flensburg an einen Schrotthändler verkauft, mit der Auflage die Lok nicht zu verschrotten, sondern als Denkmal aufzustellen.
Kurze Zeit später traf ein Packwagen der NSB ein. Dieses Fahrzeug besitzt einen Holzaufbau und fügte sich ausgezeichnet in den Zugverband mit den norwegischen Personenwagen ein. Anfang 1983 wurde von den NSB ein weiterer Personenwagen mit Holzaufbauten gekauft, so dass die AD auch in der Hochsaison keine Engpässe mehr zu fürchten brauchte.

Zum Saisonbeginn 1983 konnte wieder einmal ein neues Triebfahrzeug in Dienst gestellt werden. Die DSB trennten sich von Triebwagen der Bauart MO und veräußerten den MO mit der Nummer 1835 an die AD. Dieses Fahrzeug befuhr vor 25 Jahren regelmäßig die Strecke Fredericia - Hamburg als Zugmaschine des "Nordpfeil". Für die AD bedeutete der MO 1835 einen echten Zugewinn, durfte dieses Fahrzeug im Gegensatz zu den Dampflokomotiven auch die Strecken der Deutschen Bahn AG befahren, so dass die Museumsbahnzüge erstmals ihre Hausstrecke von Kappeln nach Süderbrarup verlassen konnten, um neue Ziele anzufahren. Kurze Zeit später konnte ein zweiter, gleichartiger Triebwagen, der MO 1881, beschafft werden. Beide Wagen in Doppeltraktion machten eine Erhöhung der Anhängelast und damit auch eine erhebliche Steigerung der Sitzplatzkapazität des historischen Dieselzuges möglich. Dieser zweite Triebwagen wurde aber später wieder verkauft.

Noch ein paar Fahrzeuge

und der heutige Stand.

In den nächsten Jahren wurden ein weiteres Triebfahrzeug, die ehemalige Rangierlok der Schleswiger Zuckerfabrik, mehrere norwegische und schwedische Personenwagen, ein alter Kühlwagen, ein offener Güterwagen und ein motorisiertes Streckeninspektionsfahrzeug, der "Angelnschreck", eingestellt. Als vorläufig letztes Triebfahrzeug konnte 1990 von der Kalmar Museumsvereinigung die Lokomotive Nr. 1916, Klasse S 1 der Schwedischen Staatsbahnen (SJ), eine Tenderlokomotive, erworben und nach umfangreicher Aufarbeitung 1991 in den Zugläufen der "schönen Schwedin" eingesetzt werden.

Im Jahre 1993 erwarben die Museumsbahner eine Diesellok aus Ostdeutschland. Insgesamt umfasst der Bestand der Angelner Dampfeisenbahn 2007 zwei Dampflokomotiven, ein Dieseltriebwagen, zwei Dieselloks, elf Personenwagen sowie fünf Pack- und Güterwagen.

Die Finanzierung der Museumsbahn erfolgt im wesentlichen durch den Erlös aus den Museumsbahnfahrten, ferner durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Arbeit bei der Museumseisenbahn wird von Mitgliedern der AD freiwillig geleistet. Lok- und Zugpersonal müssen bahnärztlich untersucht sein und haben eine entsprechende Ausbildung durchlaufen, denn genau wie bei der Bundesbahn gilt auch bei der AD die Sicherheit als oberstes Gebot.

Service

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